Kapelle der Madonna der Rosenkranzes
Kapelle der Madonna der Rosenkranzes
Kapelle der Madonna der Rosenkranzes
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Die Kapelle der Heiligen Jungfrau des Rosenkranzes wurde um das Jahr 1585 von Domenico Curtoni, Neffe des Architekten Michele Sanmicheli im Auftrag der nach dem Sieg in der Schlacht von Lèpanto gegründeten Rosenkranzgesellschaft erbaut. Auf dem Altar befindet sich das zwischen 1358 und 1359 entstandene wunderbare Gemälde von Lorenzo Veneziano, Jungfrau der Demut. Die beiden Auftraggeber, Cangrande II und die Ehefrau Elisabetta, kniend, werden der Jungfrau Maria von dem Heiligen Märtyrer Petrus und dem Heiligen Dominikus vorgestellt.
Es handelt sich um eine Tempera auf Leinwand und nicht auf Holz, wie es zu jener Zeit gebräuchlich war. Die Jungfrau, das Jesuskind säugend, trägt einen mit Sternen bedeckten Umhang, der auf der Brust durch eine kostbare Fibel zusammengehalten wird. Während ihre Hände das Jesuskind liebkosen, ist ihr Blick auf die beiden knienden Gläubigen und den Bildbetrachter gerichtet. Dem traditionellen Bildnis der Jungfrau der Demut auf der blühenden Wiese hat Lorenzo Veneziano die Merkmale der Heiligen Jungfrau Maria der Offenbarung hinzugefügt: Sie ist von Sonnenstrahlen umgeben, mit zwölf Sternen gekrönt und zu ihren Füßen entdecken wir die Mondsichel. Sie ist von einer leuchtenden Kugel umgeben, in der wir himmlische Heerscharen von Engeln sehen. Eine Inschrift umrahmt das gesamte Gemälde: Es handelt sich um vier Strophen von marianischen Lobgesängen, die während der Messe der Dominikaner verwendeten werden. Die Engelschöre rund um das Gemälde stammen aus dem Jahr 1607 und sind ein Werk von Alessandro Turchi. Auf der Höhe der Lünette, sehen wir die aus dem 17. Jahrhundert stammenden Gemälde der Krönung der heiligen Jungfrau von Marcantonio Bassetti, seitlich des Fensters der linken Lünette, die Ankündigung von Dario Pozzo, in der Lünette über dem Eingang die Anbetung der Hirten von Biagio Falceri und rechts, die Kreuzabnahme von Giambattista Rossi. In der Kuppel Mariä Himmelfahrt und in den Pendentifs die Heiligen Johannes, Markus, Lukas und Matthäus von Giovanni Lorenzetti. An der rechten Wand, Anbetung im Garten von Pietro Bernardi aus dem Jahre 1623 und an der linken Wand Geißelung von Claudio Ridolfi aus dem Jahre 1619. Das Geländer im Außenbereich ist mit 4 aus dem Jahr 1636 stammenden Putten geschmückt.


